“Jetzt steigt die Attraktivität der‚ Nerds ‘und‚ Zurückgezogenen ‘”


Translating…

WELT: Sie erforschen seit langem Tinder, nun haben Sie im März und April die Profile von 600 Nutzern beobachtet und User interviewt. Was kam dabei heraus?
Johanna Degen: Es zeigt sich eine Typologie in Bezug auf die Pandemie und die Bewältigung: Plakativ gesagt gibt es die „Verdränger“, die „Einsamen“, die „Gelangweilten“ und die „Verängstigten“. Letztere belastet die Umweltangst. Die Angst vor einer ungewissen Zukunft und eine melancholische Sehnsucht nach einer Umwelt, wie sie einmal war, genannt „Solastalgia“, prägt sie. Dazu kommt jetzt, dass viele Einsamkeit empfinden und sich nach Sicherheit sehnen.

WELT: Und manche suchen trotz Kontaktverbot nach sex?

Degen: Ja, genau, zum Beispiel mit Profiltexten wie „be my quarantine“. Studienteilnehmer haben ganz freimütig erzählt, dass sie trotz Kontaktverbot versuchen, sex mit Fremden zu haben, die Gefahr der Ansteckung schlicht nicht ernst nehmen. Mehrere Frauen haben angegeben, dass sie in dieser Zeit tolle Tinder-Affären haben.

 

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